5. mein.berlin.de Beteiligungsmodule oder: Welche Art von Beteiligungen kann ich durchführen?

Mithilfe von standardisierten Beteiligungsmodulen können Projektinitiator*innen eine Vielzahl unterschiedlicher Prozesse auf mein.berlin.de anlegen und durführen. Um das beste Modul auszuwählen, sind folgende Fragen hilfreich:

  • Sollen Ideen/Hinweise von Bürger*innen generiert werden? Module: Brainstorming, Ideensammlung, Bürger*innenhaushalt (mit 1, 2 und 3 Phasen)
  • Oder sollen bereits bestehende Ideen/Vorlagen diskutiert/abgestimmt werden? Module: Text diskutieren, Priorisierung
  • Sollen die Ideen räumlich verortet werden können? Module: Brainstorming,
    Ideensammlung und Priorisierung mit Karte, Bürger*innenhaushalt (mit 1, 2 und 3 Phasen)
  • Sollen Ideen bewertet und somit priorisiert werden können? Module: Ideensammlung, Bürger*innenhaushalt (mit 1, 2 und 3 Phasen), Priorisierung
  • Oder trifft keins von den oben genannten Merkmalen zu? Modul: Umfrage,
    Interaktive Veranstaltung oder die Projektarten Bebauungsplan, Vorhaben und
    Verlinkungen

Es können auch mehrere Module parallel oder nacheinander geschaltet werden. So kann z.B. erst ein Brainstorming erfolgen und die ausgewerteten Ergebnisse im Anschluss in einer Priorisierung bewertet werden. Oder eine Ideensammlung wird von einer Umfrage begleitet. Mehr dazu in Kapitel 8.5.

Im Folgenden werden die einzelnen Beteiligungsmodule sowie die Projektarten Bebauungsplan, Vorhaben und Verlinkungen erläutert.

Symbol Branistorming Module

Symbole für die Brainstorming-Module

5.1. Brainstorming, Brainstorming mit Karte

Das Modul Brainstorming ermöglicht es, Ideen oder Hinweise aus der Bevölkerung zu sammeln. Dem Wesen des Brainstormings nach geht es dabei explizit nicht um eine Priorisierung der Vorschläge, alle Ideen sollen unbewertet geäußert werden können. Bürger*innen können Ideen anlegen und die Ideen anderer kommentieren und diskutieren. Wenn die Ideen einen räumlichen Bezug haben, ist es sinnvoll, das Modul Brainstorming mit Karte zu wählen. Die Ideen müssen dann von den Bürger*innen innerhalb eines vorab festgelegten Ausschnitts auf einer Karte verortet werden.

Symbol Ideensammlung Module

Symbole der Ideensammlung-Module

5.2. Ideensammlung, Ideensammlung mit Karte

Dem Modul Brainstorming ähnlich ist das Modul Ideensammlung. Hier ist jedoch vorgesehen, dass Ideen bewertet und priorisiert werden. So können Stimmungsbilder generiert werden, die zeigen, welche Themen den teilnehmenden Bürger*innen besonders wichtig sind oder welche Vorschläge von Vielen unterstützt werden. Die Ideen können entsprechend ihrer Bewertung sortiert angezeigt werden. Wenn die Ideen einen räumlichen Bezug haben, ist es sinnvoll, das Modul Ideensammlung mit Karte zu wählen. Die Ideen müssen dann von den Bürger*innen innerhalb eines vorab festgelegten Ausschnitts auf einer Karte verortet werden.

Symbolgrafik für das Modul Text Diskutieren

Symbol des Text diskutieren-Moduls

5.3. Text diskutieren

Das Modul für gemeinsame Textbearbeitung erlaubt es Bürger* innen, einen Textvorschlag oder Konzept zu diskutieren. Der Beteiligungsprozess zur kooperativen Textarbeit macht es möglich Textentwürfe inkl. Abbildungen Absatzweise zu gliedern und diese kommentieren zu lassen.

Der Prozess eignet sich vor allem für das Ende eines Beteiligungs- oder Planungsprozesses, wenn ein schon erarbeitetes Papier überprüft, ergänzt und überarbeitet werden soll. Als privates Projekt durchgeführt kann dieses Modul auch in verwaltungsinternen Prozessen hilfreich sein, z.B. für die Abstimmung von Protokollen. Das Modul eignet sich auch für die Darstellung und Kommentierung von Planungsvarianten und Wettbewerbsbeiträgen. Jedoch ist zu beachten, dass die zu diskutierenden Inhalte nach der Veröffentlichung des Projektes auch dann einsehbar sind, wenn die Beteiligung noch nicht begonnen hat.

Symbolgrafik für das Modul Bürger*innenhaushalt

Symbol des Bürger*innenhaushalt-Moduls

5.4. Bürger*innenhaushalte

Bürger*innenhaushalte auf Bezirksebene (mit 1, 2 und 3 Phasen) in den Ortsteilen oder Bezirksregionen sind Verfahren, mit denen Bürger*innen bei der lokalen Planung von Budgets beteiligt werden können. Bürger*innen können Vorschläge zur Verwendung von Mitteln aus dem Bezirkshaushalt einreichen und bestehende Vorschläge kommentieren, unterstützen und auf einer Karte verorten. Sie sind der Ideensammlung mit Karte ähnlich, haben jedoch weitere Funktionen: ein Pflichtfeld für eine Budget-Angabe, die Möglichkeit, einzelne Vorschläge im laufenden Projekt zu archivieren (Bürger*innenhaushalte) und die Funktion, über Vorschläge abzustimmen (Bürger*innenhaushalt 3 Phasen). Außerdem werden Bürger*innen, die Vorschläge machen, darum gebeten, ihre Kontaktdaten zu hinterlassen.

Symbolgrafik für das Modul Bürger*innenhaushalt erste Phase

Symbol des Bürger*innenhaushalt-Moduls – Phase 1

5.4.1. Bürger*innenhaushalt (1 Phase)

Die Teilnehmenden können eigene Vorschläge auf einer Karte eintragen und mit einem Budget versehen. Die Vorschläge können von den Teilnehmenden unterstützt und kommentiert werden. Im Bürger*innenhaushalt mit einer Phase erfolgt die Ein-
reichung, Kommentierung und Bewertung der Vorschläge im selben Zeitraum.

Symbolgrafik für das Modul Bürger*innenhaushalt zweite Phase

Symbol des Bürger*innenhaushalt-Moduls – Phase 2

5.4.2. Bürger*innenhaushalt (2 Phasen)

Wie im Bürger*innenhaushalt mit einer Phase können Teilnehmende eigene Vorschläge auf einer Karte eintragen und mit einem Budget versehen. Im Bürger*innenhaushalt mit 2 Phasen erfolgt die Unterstützung der Vorschläge jedoch erst dann, wenn die Phase der Einreichung und Kommentierung von Ideen abgeschlossen wurde. So haben alle Vorschläge die gleiche Chance unterstützt zu werden. Die Vorschläge können hierzu auch zufällig sortiert werden.

Symbolgrafik für das Modul Bürger*innenhaushalt dritte Phase

Symbol des Bürger*innenhaushalt-Moduls – Phase 3

5.4.3. Bürger*innenhaushalt (3 Phasen)

Der Bürger*innenhaushalt mit 3 Phasen bietet zusätzlich zu den oben genannten Funktionen die Möglichkeit, dass die Bürger*innen in einer dritten Phase über die Vorschläge abstimmen. Die Teilnehmenden können demnach in der ersten Phase eigene Vorschläge auf einer Karte eintragen und mit einem Budget versehen sowie die Vorschläge Anderer kommentieren. In einer zweiten Phase können die Vorschläge durch dieTeilnehmenden unterstützt werden, damit sich diese für die dritte Phase qualifizieren (hier gibt es keine Möglichkeit der Contra-Bewertung). In der dritten Phase stimmen die Teilnehmenden dann über die Vorschläge in der engeren Auswahl ab. Die engere Auswahl kann dabei durch die Moderation getroffen werden,
indem Vorschläge, die nicht zur Abstimmung stehen sollen, archiviert werden. Die nicht archivierten Vorschläge werden in der Abstimmungsphase in einer zufälligen Reihenfolge angezeigt, um eine Chancengleichheit der Vorschläge zu ermöglichen.

Für die Abstimmung in der dritten Phase werden auf Anfrage an die Administration der Plattform Abstimmungscodes generiert, welche dann für die Initiator*innen zum Download bereitstehen. Die Abstimmungscodes werden anschließend an die entsprechend berechtigten Bürger*innen verteilt. Für die Abstimmung müssen Nutzer*innen grundsätzlich nicht auf mein.berlin.de registriert sein. Es genügt die Eingabe des Abstimmungscodes im dafür vorgesehenen Feld (oberhalb der Vorschläge) in der dritten Phase. Mit einem gültigen Abstimmungscode können die Teilnehmenden bis zu 5 Stimmen verteilen. Pro Vorschlag kann maximal eine Stimme gegeben werden. Nach der Abstimmungsphase werden die Vorschläge in der Liste entsprechend der Stimmenverteilung sortiert und die Stimmenverteilung wird im Projekt für alle sichtbar veröffentlicht.

Achtung: Das Modul „Bürger*innenhaushalt (3 Phasen)“ ist derzeit deaktiviert und wird nach einer Überarbeitung wieder freigeschaltet.

Symbolgrafik für das Modul Umfrage

Symbol des Umfrage-Moduls

5.5. Umfrage

Für sehr niedrigschwellige Beteiligungen zur Erstellung eines Meinungsbildes bietet mein.berlin.de das Modul Umfrage. Es können mehrere Fragen mit vorgegebenen oder offenen Antwortmöglichkeiten und mit einfacher oder Mehrfachauswahl eingestellt werden. Die Ergebnisse werden öffentlich als Textantworten bzw. als Balkendiagramme angezeigt.

Symbolgrafik für das Modul Priorisierung

Symbole der Priorisierungs-Module

5.6. Priorisierung, Priorisierung mit Karte

Das Modul Priorisierung eignet sich für Prozesse, in denen bereits erarbeitete Inhalte, z.B. Ziele, Leitbilder oder Handlungsfelder, diskutiert und priorisiert werden sollen. Die Themen bzw. Orte werden vorab von den Projektinitiator*innen eingegeben, es können keine eigenen Ideen durch die Bürger*innen abgegeben werden. Bei dem Modul Priorisierung mit Karte werden die Vorschläge der Verwaltung auf einer Karte verortet.

Symbolgrafik für das Modul Interaktive Veranstaltung

Symbol des Interaktive-Veranstaltung-Moduls

5.7. Interaktive Veranstaltung

Dieses Modul unterstützt die Moderation bei analogen sowie hybriden Veranstaltungen. Die Teilnehmer*innen einer Veranstaltung bzw. die Zuschauer*innen via Livestream können ihre Fragen live online stellen. Andere Teilnehmer*innen können die Fragen via Like-Funktion unterstützen. So kann die Moderation die Fragen aus dem Publikum sammeln, priorisieren und ausgewählte Beiträge auf einem Bildschirm anzeigen lassen. Die freiwillige Abfrage von bestimmten Zugehörigkeiten der Fragenden kann dazu beitragen, den Redeanteil bzw. den Anteil der besprochenen Fragen und Themen von bestimmten Gruppen auszugleichen. Beantwortete Fragen gehen in eine Statistik ein, welche diese Zugehörigkeiten berücksichtigt. Für das Einstellen von Fragen ist eine Registrierung seitens der Teilnehmenden nicht nötig.

Symbolgrafik für das Modul Veranstaltung

Symbol des Veranstaltungs-Moduls

5.8. Veranstaltung

Dieses Modul ermöglicht es, Veranstaltungen für ein Projekt anzulegen und zu verwalten. Teilnehmende können die eingestellten Veranstaltungen einsehen und alle wichtigen Informationen dazu erhalten. Veranstaltungen werden nun in diesem Modul erstellt, der vorherige Menüpunkt „Veranstaltungen“ in den Grundeinstellungen entfällt dadurch.

5.9. Projektarten Bebauungsplan, Vorhaben und Verlinkung

Es gibt drei weitere Beteiligungsformen, die eine andere Funktionsweise aufweisen als die modular aufgebauten Beteiligungsprojekte. Sie werden ebenfalls als Kachel in der Projektübersicht angezeigt, verlinken jedoch zu statischen, nicht-interaktiven Seiten bzw. zu Beteiligungen auf Webseiten außerhalb von mein.berlin.de.

5.9.1. Bebauungsplan

Mit dieser Projektart wird die Öffentlichkeitsbeteiligung für formale Bebauungsplanverfahren durchgeführt. Nach der Eingabe einer öffentlichen Beteiligung über die externe Platform „DiPlanBeteiligung“ erfolgt die Darstellung auf mein.berlin.de und das Einbetten des Stellungnahmeformulars automatisch.

5.9.2. Vorhaben

Vorhaben sind rein informative Projektarten. Auf den Detailseiten der Vorhaben werden neben einem Kurzsteckbrief (Ort, Thema, Laufzeit, Kosten, Art der Beteiligung, Referenznummer) in einem Beschreibungstext weitere Informationen zu dem Vorhaben vermittelt. Unterhalb des Beschreibungstextes erscheint in einem Kasten die Begründung, warum ein Vorhaben im Eingabefeld „Art der Beteiligung“ als Information (ohne Beteiligung), Mitwirkung, Mitentscheidung oder Entscheidung eingeordnet wurde. Wurde das Vorhaben verortet, wird der Ort als Pin auf einer Karte angezeigt. Wird dem Vorhaben ein Beteiligungsprojekt, ein Bebauungsplan oder eine Verlinkung zugeordnet, so erscheint eine entsprechende Projektkachel auf der Seite des Vorhabens und verlinkt so direkt zu den Beteiligungsmöglichkeiten.

5.9.3. Verlinkungen

Beteiligungsprozesse, die nicht digital auf mein.berlin.de angeboten werden (z.B. Beteiligungsprozesse ohne Onlinekomponente), können mit einer Kachel in der Prozessübersicht eingebunden werden. Ein Klick auf die Kachel führt auf eine externe Seite (z.B. DiPlanBeteiligung), auf der Informationen über die Beteiligung gefunden werden können. Die gleichzeitige Darstellung von externen Prozessen neben mein.berlin.de -Beteiligungsprozessen hat zum Ziel, alle Beteiligungsverfahren des Landes Berlin auf der zentralen Beteiligungsplattform mein.berlin.de bereitzustellen.